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Chronik

Wer war Friedrich List ?

Friedrich List, Nationalökonom und Wirtschaftspolitiker,
geb. 06.08.1789 in Reutlingen
gest. 30.11.1846

In seiner Weitsichtigkeit für einen einheitlichen deutschen Zollraum trat er als Mitglied des deutschen Zollvereins für die Einheit Deutschlands ein. Wegen seines Eintretens für demokratische Verwaltungsreformen wurde er 1822 zur Festungshaft verurteilt, konnte aber in die USA auswandern. Seit 1830 war Friedrich List amerikanischer Konsul in Deutschland. Hier setzte er sich für den Bau eines deutschen Eisenbahnnetzes ein
Für eine Reihe von Fachleuten war die erste deutsche Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth nur ein Spielzeug. Für sie beginnt die deutsche Eisenbahn erst mit der Strecke Leipzig - Dresden, da von hier der Anstoß zur Entwicklung eines Eisenbahnnetzes ausging, dessen wirtschaftliche Bedeutung garnicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Für den Bau dieser Streck trat Friedrich List ein, der mit seiner Schrift "Über ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems" einen Durchbruch gegenüber der weit verbreiteten ablehnenden Haltung der Bürokratie zur Eisenbahn geschafft hatte. Die erste "netzrelevante Linie" Leipzig - Dresden ist durch diese Schrift in bedeutendem Maße gefördert worden.
Die Eisenbahnen erschienen, wie es List ausdrückte, "als eigentliche Volkswohlfahrts- und Bildungsmaschinen". Weiter schrieb er:" Durch die neuen Transportmittel wird der Mensch ein unendlich glücklicheres, vermögenderes, vollkommenderes Wesen.
Friedrich List machte sich auch über das gesamtdeutsche Transportsystem Gedanken, wobei er die Binnenschiffahrt für das flache Land favorisierte. Das Eisenbahnnetz sollte jedoch so ausgebaut werden, daß "die Binnenländer an das Meer kommen". Im "Das Pfennig - Magazin" (Gesellschaft zur Verbreitung gemeinnütziger Erkenntnisse vom 7. März 1835 veröffentlichte Friedrich List seinen Entwurf für ein deutsches Eisenbahnsystem, das noch heute das Kernnetz der Deutschen Bahn AG darstellt.
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Zur Chorentwicklung in Eisenach

"Aller Anfang ist schwer." Dieses Sprichwort läßt sich sinngemäß auch auf die Niederschrift einer Chorkronik übertragen, noch dazu, wenn dieser Chor in einer Stadt wie Eisenach beheimatet ist, deren Sängertraditionen bis weit in das Mittelalter zurückreichen und die irgendwie auch immer eng mit dem Wahrzeichen unserer Stadt, der Wartburg, verbunden sind. Begrenzt man jetzt die Betrachtungsweise nur auf die dem scholaren Alter entwachsenen Laienchöre, so muß man in Eisenach das Jahr 1842 als Beginn einer neuen Epoche in der Musikentwicklung nennen. In diesem Jahr kam es nach dem Vorbild der 1809 durch Carl Friedrich Zelter in Berlin gegründeten Liedertafel zur Entstehung zweier Männerchöre, deren Repertoire nicht ausschließlich der Kirchenmusik zuzuordnen war, sondern eher volkstümlichen Charakter trug. Die "Liedertafel" und der "Eisenacher Männerchor" entwickelten sich rasch zu stattlichen Klangkörpern, die auch auf das Umland ausstrahlten. Der 1843 in Gotha gegründete Thüringer Sängerbund und die von ihm in den Folgejahren an wechselnden Standorten durchgeführten Sängerfeste brachte einen immensen Aufschwung des Chorwesens. Die Chorlandschaft Eisenachs war gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum überschaubar. Neue Chöre entstanden, lösten sich teilweise wieder auf oder verschmolzen mit anderen Chören. Freilich war das Singen im Verein im ausgehenden 19. Jahrhundert nur den Männern vorbehalten. Mit der Entwicklung der Frauenbewegung in Deutschland auch im Ergebnis des 1. Weltkrieges wurde mehr und mehr auch Frauen eine aktive Teilnahme am Vereinsleben gestattet.
Im Jahre 1924 kam es zur Gründung eines Oststadtchores im Musikverein "Amphion", dem eigentlichen Vorgänger des heutigen Eisenbahnchores "Friedrich List". Eine erfolgreiche Entwicklung begann, eigene und Gemeinschaftskonzerte mit anderen Chören bereicherten das Musikleben Eisenachs. 5 große Säle, wie der Stern, der Schmelzerhof, der Fürstenhof, die Erholung und nicht zuletzt des Eisenacher Theater boten den zahlreichen Gesangvereinen ideale Voraussetzungen zur Aufführung von Konzerten und Durchführung von Stiftungsfeiern. Überhaupt war in dieser Zeit die Zusammenarbeit der Berufskünstler des Theaters mit den Laienchören sehr intensiv. In vielen Konzertprogrammen wird neben Solisten auch immer wieder das Orchester des Theatern erwähnt.
Der 2. Weltkrieg, der soviel Leid über die Völker Europas brachte, unterbrach neben vielem anderen auch diese erfolgreiche Entwicklung. Das sogenannte "1000-jährige Reich" war nach 12 Jahren untergegangen und in Besatzungszonen aufgeteilt. Der Einengung der Freiheit der Vereine durch das Nazi - Regime folgte nun in der sowjetischen Besatzungszone das totale Verbot jeglichen Vereinstätigkeit. Erst gegen Ende 1946 kam es mit Genehmigung des damaligen Stadtkommandanten zu neuen Chorgründungen.
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Chorgeschichte

Kurt SeyfarthIm Jahre 1949 kam es dann auf Initiative Kurt Seyfarths
zur Neugründung des Oststadtchores unter der Trägerschaft der Deutschen Volksbühne. Er scharte ehemalige Sänger um sich und entwickelte binnen kürzester Zeit einen leistungsstarken a cappella-Chor, der bald auch über die Kreisgrenzen durch Rundfunkaufnahmen bekannt wurde. Die Chorstärke wuchs innerhalb von 4 Jahren auf über 80 Sängerinnen und Sänger an.
Der umsichtigen und straffen Leitung Kurt Seyfarths ist es zu verdanken, daß das Reichsbahn-Ensemble bereits am 21.3.1954 beim Bezirksausscheid der Volkskunst 1953/54 den Titel "Bestes Ensemble des Bezirkes Erfurt" verliehen bekam. Mit finanzieller Unterstützung der Reichsbahn konnte neue Kleidung angeschafft und begabte Chorsänger an der Musikschule Eisenach solistisch ausgebildet werden. Das Ensemble war somit in der Lage, große Estradenkonzerte komplett in eigener Regie durchzuführen.

Mit Arbeiter- und Eisenbahnliedern, Liedern aus dem nationalen Kulturerbe, sowie Lieder der Völker war das Repertoire des Chores im Ensemble breit gefächert.
Zu den Hauptaufgaben des Ensembles gehörte die Ausgestaltung von Feierlichkeiten der Eisenbahner im Kreis-, Bezirks- und Republikmaßstab. Besonders hervorzuheben sind die Konzerte zum Tag der Eisenbahner, die 1958 mit der Ausgestaltung der zentralen Feierlichkeiten in Berlin ihren Höhepunkt hatten.
Neben diesen ehrenvollen Verpflichtungen verfolgte die Ensemblearbeit noch ein weiteres edles Ziel, der Überwindung der deutschen Teilung. Zeugnisse dieses Strebens der Volkskunstschaffenden nach einem einheitlichen Deutschland waren die von 1953 bis 1956 durchgeführten "Wartburgtreffen Deutscher Sänger".
Dem gleichen Ziel unterzuordnen waren die zahlreichen Sängerfahrten und Konzertreisen des Ensembles in die westlichen Bundesländer - 1954 nach Kassel - 1955 nach Herleshausen - 1956 nach Marburg - 1957 nach Mainz und Bremen. Solche anspruchsvollen Aufgaben, verbunden mit herrlichen Reiseerlebnissen war natürlich die beste Werbung, Nachwuchssorgen gab es in dieser Entwicklungs-phase des Ensembles nicht.
Zum 10-jährigen Bestehen des Ensembles gab es zwar etwas verspätet aber dennoch nicht minder erfolgreich am 04.01.1964 ein großes Konzert im bis auf den letzten Platz gefüllten Landestheater Eisenach unter dem Motto "Treiben wir das Rad der Zeit" - eine Rückblende in Wort und Ton. Die erfolgreiche Arbeit der letzten 10 Jahre war Anlaß, dem Rechsbahn-Ensemble den Namen des Pioniers der Deutschen Eisenbahngeschichte "Friedrich List" zu verleihen.
Die nächsten 10 Jahre des "Friedrich-List-Ensembles" waren geprägt von harter Arbeit, denn Erfolg verpflichtet.
Einen großen Einschnitt gab es im Jahre 1973. Kurt Seyfarth, der Gründer des Chores und seit 1953 hauptamtlicher Leiter des Ensembles verstirbt am 11. November nach kurzer Krankheit. Er hinterläßt eine große Lücke, hat er sich doch während seiner Leitungstätigkeit für alle Belange des Ensembles verantwortlich gefühlt (Chor- und Orchestersätze schreiben, verbindende Texte verfassen, Programme entwerfen und die gesamte organisatorische Kleinarbeit).
Da ein hauptamtlicher Leiter wie Kurt Seyfarth so schnell nicht zu finden und zu ersetzen war, mußte man seine Arbeit nun auf mehrere Schultern verteilen. Während Tanzgruppen und Blasorchester relativ eigenständig weiterarbeiteten, mußte ein neuer Chorleiter gefunden werde. Dem Einsatz von Dr. Klaus Oefner von 1974 - 77 und Friedhelm Nöckel von 1978 - 79 verdankt der Eisenbahnchor "Friedrich List" sein weiteres Fortbestehen.

Hans-Christoph Wiemann1982 konnte dann mit Hans-Christoph Wiemann ein neuer hauptamtlicher Leiter für das Ensemble gefunden werden, der für diese Aufgabe die besten Voraussetzungen mitbrachte. Als ausgebildeter Chorleiter an der Musikhochschule Weimar und mit Erfahrungen als Ensemble-Leiter in Hettstädt übernahm er allerdings ein schwieriges Erbe.
Durch den ständigen Wechsel des Chorleiter und deren Interpretationsauffassung waren viele Sänger verunsichert, der Chor inzwischen auf ca.25 Mitglieder geschrumpft. Doch Hans-Christoph Wiemann schaffte es durch gezielte Werbung in der Presse sowie durch vielfältige Auftritte in der Öffentlichkeit insbesondere zu den Jugendweiheveranstaltungen ehemalige Sänger wiederzugewinnen. Musikalisch baute er auf eine solide Einstudierung einfacher Chorsätze und Volkslieder. Unterstützung erfuhr er insbesondere durch Karl-Heinz Haarberg, der seit dem Tode von Kurt Seyfarth als organisatorischer Leiter das Ensemble zusammengehalten hat. Durch Unterstützung der Eisenbahn-Dienststellen des Bezirkes konnte der Chor mehrtägige Chorlager in Ferienheimen der Reichsbahn in Manebach und Schwarzburg zur intensiven Probenarbeit durchführen Bei regelmäßigen Teilnahmen an Leistungsvergleichen im Kreismaßstab konnte mehrmals und mit steigender Qualität das Prädikat "Oberstufe" erreicht werden. Als Höhepunkt im Chorleben gestaltete sich 1986 eine 10-tägige Chorfahrt nach Varna (Bulgarien) mit einem hervorragend besuchtem Konzert in Albena am schwarzen Meer. Impulse für die Chorarbeit gab es auch durch die Teilnahme am Arbeitersängerfest in Karl-Marx-Stadt (1986) und durch die Vorbereitungen zum 35. Jubiläum des "Friedrich-List-Ensemble" im Jahre 1988, welches unter professioneller Anleitung des Landestheaters am 5.11.1988 im Landestheater mit einem großen Konzert gefeiert wurde. Mitwirkende waren neben dem Chor und den Tanzgruppen auch das Jugendblasorchester Wölfis und der Chor des Walzwerkes Hettstädt, der früheren Wirkungsstätte des Ensemble-Leiters Hans-Chistoph Wiemann.
Einen weiteren Einschnitt mußte der Chor nach der politischen Wende im Jahr 1990 verkraften. Die Organisationsstrukturen aus DDR-Zeiten waren weggebrochen, neue Formen mußten gefunden werden. Das Reichsbahn-Ensemble wurde als solches aufgelöst. Die Tanzgruppen arbeiteten als selbständiger "Eisenacher Tanzverein" weiter, der Chor blieb in der Trägerschaft der Eisenbahn und wird seit 1993 vom Bahn-Sozialwerk des Eisenbahn-Bezirkes Erfurt (BSW) betreut. Organisatorisch bedeutete dies eine immense Umstellung. Als selbständiger Verein unterliegt er seither dem Vereinsgesetz. Ein arbeitsfähiger Vorstand mußte gewählt, die Gemeinnützigkeit im Sinne der Abgabenordnung und die Eintragung in das Vereinsregister mußten nachgewiesen bzw. beantragt werden. Auch für den Chorleiter bedeutete dies eine einschneidende Veränderung vom Angestellten der Bahn zum freien Mitarbeiter.
Sofort nach der Wende eröffneten sich für den Chor neue Möglichkeiten. Neue Kontakte konnten geknüpft und gepflegt werden, so zu den Eisenbahnchören in Kassel, Bebra, Witten, Wuppertal und Köln. Gemeinsame Konzerte mit diesen Chören bereicherten das Chorleben des Friedrich-List-Chores. Langjährige Erfahrungen dieser Chöre halfen uns bei der Überwindung der Anfangsschwierig-keiten.
Sich auf die Sängertraditionen in Thüringen besinnend, kam es 1991 auf Anregung unseres Choreleiters mit weiteren Vereinen des Kreises Eisenach zu Wiedergründung des Eisenacher Sängerkreises und im gleichen Jahr zur Neugründung des Thüringer Sängerbundes. Heute ist der Chor eine stabile Größe sowohl im Eisenacher Sängerkreis als auch im Thüringer Sängerbund, zumal der Chorleiter in beiden Gremien als Vorstandsmitglied maßgeblich die Geschicke der Sängerbewegung in Thüringen mit beeinflussen kann.
Ziele für die Chorarbeit in den nächsten Jahren sind:

1. die Erhöhung des Leistungsniveaus des Chores durch eine Erweiterung des Repertoires und die Erhöhung im Schwierigkeitsgrad des Liedgutes auf der Basis einer grundsoliden Einstudierung. Dazu sind außer den wöchentlichen Singstunden auch mehrtägige Chorlager zu nutzen, die neben anstrengender Probenarbeit auch für die Geselligkeit im Verein förderlich sind.

2. die öffentlich wirksame Ausstrahlung des Chores in der Region und darüber hinaus. Als BSW-Chor ist es selbstverständlich, bei den Eisenbahnveranstaltungen präsent zu sein. Die Betreuung älterer und kranker Menschen in Senioren- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern lag uns bisher besonders am Herzen und wird auch in dieser Weise fortgeführt.

Zur Erreichung dieser Ziele ist es selbstredend notwendig, die Chorstärke von jetzt ca. 50 Sängern zu halten und wenn möglich eine Verringerung des Altersdurch-schnittes zu erreichen.
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Im Herbst 2015 konnte der Eisenacher Komponist Johannes Schlecht gewonnen werden, die künstlerische Leitung des Chores zu übernehmen. Damit trat er die Nachfolge von Christoph Wiemann an, der nach 33 Jahren als Chorleiter des Chores krankheitsbedingt in den Ruhestand wechselt.